#002 - Vanlife: Aha-Momente, Herausforderungen und wie sich unsere Einstellung verändert

In der zweiten Episode unseres We are here We are now-Podcasts geht es um unser aktuelles Leben im Van. Wir beide haben Fragen vorbereitet und in eine Schale geworfen, um für eine kurzweilige und erfrischende Unterhaltung zu sorgen und dir einen Einblick in unser Vanlife zu geben.

In dieser Folge geben wir einander und dir Antworten darauf, was wir Menschen empfehlen würden, die einen alternativen Lebensstil ausprobieren möchten, wie wir unser Mindset beschreiben und wie das Leben im Van es verändert hat, warum wir uns für das Vanlife entschieden haben, was uns aneinander am meisten herausfordert und was ein letzter großer Aha Moment war. 

Wenn dir die Episode gefällt, folge uns, like sie, teile sie, damit unterstützt du uns, noch viel mehr Menschen zu erreichen und gemeinsam etwas zu verändern.

Viel Spaß beim Zuhören.

Josefine & Stefan ♥

 

Notizen der Episode findest du weiter unten. Hier teilen wir auch Links von Büchern, über die wir sprechen und andere Dinge, die sich zu teilen lohnen:

Unsere Buchempfehlung:

Deepak Chopra - Metahuman

Wir lesen auf unseren Tolinos

♡ Was würdest du Menschen empfehlen, die einen alternativen Lebensstil ausprobieren wollen?

Mutig sein: Wege finden, sich frei zu machen, von gesellschaftlichen Normen und sozialen Standards; Überlegen “Was möchte ich wirklich? Was fühlt sich für mich gut an? Wonach sehnen sich mein Herz und meine Seele?”

Spirituelle Praxis: Eine eigene Praxis etablieren: um mit Kritik von Außen, Selbstzweifeln und Ängsten umzugehen.  Unter “Praxis” verstehen wir beispielsweise:

Journaling - Schreiben, um eine andere Perspektive einzunehmen, Distanz zu gewinnen 

Meditation - Raum zwischen den eigenen Gedanken und Gefühlen und unseren Reaktionen darauf zu schaffen

Yoga - Bewegung, um stagnierte Energie aus dem Körper heraus zu bewegen

Alles kann zur spirituellen Praxis werden, wenn es einer gewissen Regelmäßigkeit folgt und uns hilft, zur Ruhe zu kommen und in die Stille zu finden

Kritik nicht persönlich nehmen: Bewusstsein entwickeln, dass Menschen ihre eigenen Themen auf einander projizieren.

Journaling Frage: “Was sind meine eigenen Ängste und sind sie real?”

Social Media: Auf Instagram und YouTube Menschen finden, die bereits das Leben leben, was man sich selbst wünscht und dort Inspiration und Mut finden. Dabei nicht vergessen, dass Social Media uns immer nur Ausschnitte zeigt.

Community: Gleichgesinnte finden, die dich unterstützen. Wenn du Lust hast, dich mit uns auszutauschen, schreib uns gerne eine Email an hallo@weareherewearenow.com oder auf Instagram, hinterlasse uns einen Kommentar oder poste auf Social Media mit dem #weareherewearenow

Einfach mal machen: Ausprobieren, einen Van mieten, den großen Zeh ins kalte Wasser hängen, bevor du Kopf über rein springst, wenn das nicht dein Ding ist. 

Einstellung und Perspektive verändern: Aus “Zeit in meinem Auto” kann schnell “mein Zuhause” werden

♡ Wie würde Stefan unser Mindset beschreiben und wie hat es sich verändert, seit wir im Van leben?

Unser Mindset kann mit Kochen verglichen werden: Wir haben verschiedene Zutaten und schauen, was dabei raus kommt. Wir alle haben ein Grundset an Skills, mit denen wir arbeiten können. Im Vanlife ist das genauso: Oft haben wir keinen richtigen Plan, wo wir hinfahren, wir nehmen die Dinge, so wie sie kommen und machen das Beste daraus. 

Ein offenes Mindset gegenüber Veränderungen und Neuem helfen uns spielerischer und intuitiver mit Situationen umzugehen. Das Vanlife macht uns flexibler und lehrt uns, aus allem das Beste zu machen. Wir haben unendlich viele Möglichkeiten und sind offen, immer wieder neue Wege zu finden und zu gehen, Neues auszuprobieren und mit alten Strukturen zu brechen. 

Josefine: Im Van müssen wir lernen, flexibler mit unseren Möglichkeiten umzugehen. Desto mehr wir lernen, die Möglichkeiten im Kleinen zu sehen und von Moment zu Moment zu entscheiden, desto mehr entwickeln wir auch unsere Fähigkeit, auf einer größeren Dimension die Fülle an Möglichkeiten zu sehen. 

♡ Mit was fordert Stefan Josefine am meisten heraus?

Wir sind zwei komplett unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Meinungen, Perspektiven und Glaubenssätzen, die aufeinander treffen. Am meisten fordert uns heraus, unsere Gefühle zu kommunizieren, wenn wir uns verletzt fühlen und die Andersartigkeit und Einzigartigkeit im jeweils anderen anzunehmen und zu akzeptieren, sogar zu lieben. 

Wir wollen mehr und mehr kultivieren, Einzigartigkeit zu feiern und uns in unserer Menschlichkeit anzunehmen. Wir alle haben Perspektiven und Fähigkeiten, mit denen wir die Welt bereichern und wir alle haben unser Päckchen zu tragen. Unser Wunsch ist es, einander darin zu bestärken, unsere Einzigartigkeit und unser Potenzial zu entfalten, statt einen Einheitsbrei zu kochen. Die Magie steckt in der Unterschiedlichkeit.

Wir haben immer die Entscheidung: Finde ich eine andere Meinung richtig blöd oder könnte mich daran auch etwas bereichern? 

Trump ist für uns ein Extrembeispiel für einen Menschen, der ganz andere Meinungen und Einstellungen verkörpert und uns dennoch bereichern kann. Für uns verkörpert er Glaubenssätze und Ängste gegossen in ein überdimensionales Ego, dass uns wachrüttelt, um für etwas loszugehen.

Am Ende geht es für uns darum, Räume miteinander und füreinander aufzumachen, in denen wir uns begegnen können, Perspektiven austauschen und Gefühle kommunizieren können, um mit und voneinander zu lernen. Räume öffnen, schafft auch die Möglichkeit für Mitgefühl und Verständnis. 

♡ Was glaubt Stefan, warum Josefine sich für das Vanlife entschieden hat?

Du magst es, dich aus der Komfortzone zu bringen - ein Aspekt vom Vanlife. Vanlife ermöglicht dir, viele neue Perspektiven zu erfahren, dich selbst von alten Konventionen und Glaubenssätzen zu lösen. Deine alte Arbeit hat dich unglücklich gemacht, du hast dich schlapp gefühlt, deine Gesundheit hat gelitten. Eine innere Stimme hat gesagt, es muss noch mehr geben, als das Leben, was du bisher kenngelernt hast. Das Vanlife ermöglicht dir genau da auszubrechen und für dich einen Weg zu finden, wie du lebst, liebst und existierst.

♡ Was war Josefines letzter großer Aha Moment? 

Mein letzter großer Aha Moment war, als wir auf der Hochzeit unserer Freunde in London waren und uns nachts gestritten haben. Das war die Kulmination von drei Monaten Vanlife, dann wieder auftauchen, Vorfreude, Verabredungen, Erwartungshaltungen. Es gab viele Fragen: Wie wird es, wieder in Berlin zu sein? Wie reden wir über neue Projekte? Was werden unsere Freunde sagen? Die Spannung hat sich lange aufgebaut und dann ist etwas implodiert. Der Aha Moment war auf der einen Seite ein absoluter Ego Tod. Die Klarheit darüber, dass es egal ist, was wir planen und das alles auch nicht so wichtig ist. Wir können planen, aber am Ende können wir nur Moment zu Moment entscheiden und aus unserer eigenen Wahrheit heraus frei gestalten, das ist immer Hier und Jetzt. Ich habe mich gefragt: Kommen wir zum Van zurück und wollen da überhaupt noch da sein? Wollen wir dieses Leben überhaupt noch? Letztendlich sind wir zurück nach Berlin und im Van angekommen und haben uns Zuhause gefühlt. Am Ende konnten wir das nicht rational entscheiden, wir mussten das durchfühlen. Es war ein Aha Moment der gesagt hat, wir können nur aus diesem Moment heraus kreieren und es ist so wichtig, dass wir uns immer wieder erlauben, alles zu fühlen, was da ist und dann in der Stille zu merken, dass wir viel mehr sind, als das und als unser Ego, das uns limitieren und kleinhalten will.

Vanlife ist ein tolles Leben, wir stehen an tollen Orten, fühlen uns frei und gleichzeitig hat es auch die andere Seite der Medaille, die Fragen nach Finanzierung, Struktur oder was passiert, wenn etwas passiert? 

Das bringt uns immer wieder dazu, mehr und mehr in den Moment zu kommen. Alles was wir planen, spielt am Ende keine Rolle. Wir sollten auch gewillt sein, flexibel und offen zu bleiben. Am Ende kommt es immer anders als wir denken und manchmal besser, als wir es uns je hätten vorstellen können.