Responsible Vanlife: #stopwaste

Unter dem Namen Responsible Vanlife haben sich einige Menschen auf Instagram zusammen geschlossen, die mit ihren Vans die Welt erkunden und online davon berichten. Vanlife ist viel mehr als ein Buzzword, eine Phase oder ein Trend. Für uns ist es eine Lebenseinstellung und es ist die Bewegung einer Gemeinschaft, die unseren Planeten entdecken und genießen möchte. 

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Müllhalde Mutter Natur

Dabei stellen wir viel zu oft fest, in welch katastrophalem Zustand sich unsere Erde befindet. Fast täglich beziehen wir einen neuen Stellplatz und es kommt nicht selten vor, dass wir dort inmitten der wunderschönen Natur haufenweise Abfall finden. Teilweise wurde er vielleicht verloren, teilweise unachtsam fallen lassen, teilweise wird er auch ganz bewusst an diesen Orten abgeladen. Immer wieder sind wir entsetzt und jedes Mal, wenn wir den Müll anderer Menschen einsammeln, ist es ein Fass ohne Boden. Wo sollen wir anfangen und wo aufhören? Was mitnehmen und was liegen lassen? 

Responsible Vanlife

Der Instagram Account Responsible Vanlife stellt die Frage, was verantwortungsvolles Vanlife für jede*n einzelne*n bedeutet. Mit dem #responsiblevanlife kann man seine Gedanken in einem Post teilen. Wir sind begeistert von der Idee, denn wir sind überzeugt, jeder alternative Lebensentwurf sollte sich heutzutage mit dieser Frage auseinandersetzen. Wir haben den Punkt überschritten, wo es noch möglich war, das Thema von sich zu weisen und zu glauben, andere oder die Politik würden das schon regeln. Wir alle haben eine Verantwortung unserem Lebensraum, unseren Mitmenschen und allen anderen Lebewesen gegenüber. Die Zeiten sind vorbei in denen wir unsere Lebensgrundlage ohne Gedanken an die Zukunft ausbeuten und ausnutzen konnten.

Verantwortung übernehmen

Responsible Vanlife bedeutet für uns, Verantwortung, für uns selbst und unseren Lebensstil zu übernehmen. Das bedeutet für uns ein Bewusstsein, für den eigenen ökologischen Fußabdruck zu entwickeln, um dann entscheiden zu können, mit welchen Kompromissen wir gut leben können und wo wir keine Kompromisse eingehen möchten.

Kompromisse schließen

Unser Kompromiss ist ganz klar unser Chevy Van Emil, der mehr verbraucht, als uns, der Umwelt und unserem Geldbeutel lieb wäre. Aber er hat seinen Weg zu uns gefunden und wir haben uns für diesen Weg entschieden. Wir haben eine Stange Geld in den Gasumbau investiert und fahren fast ausschließlich Gas, um die Belastung für die Umwelt gering zu halten.

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Gemeinsam etwas verändern

Unser Essen kaufen wir fast ausschließlich regional, saisonal und bio. Ausnahmen bestätigen die Regel und bei allem, was wir tun, versuchen wir nicht dogmatisch zu sein. Das Leben soll Spaß machen und nicht nur aus Einschränkungen bestehen. Viel wichtiger finden wir es, mit unserem Lebensstil auch andere Leute zu inspirieren, Balance zu finden. Wenn wir als globale Gemeinschaft den Fleischkonsum reduzieren, auf die ein oder andere Flugreise verzichten, die Kreuzfahrt streichen und stattdessen Zeit in der Natur verbringen, werden wir mehr erreichen, als wenn einige wenige sich drastisch einschränken, während andere aus Protest ihre auf Hochglanz polierten Karossen aufheulen lassen oder jetzt erst recht Fleisch essen.


Dogmatismus bewirkt das Gegenteil

Dogmatismus führt aus unserer Erfahrung heraus häufig dazu, dass man andere Menschen eher in ihrer Haltung bestärkt, als sie vom Gegenteil zu überzeugen. Wenn wir Menschen überzeugen wollen, müssen wir ihnen eine Möglichkeit bieten, das eigene Gesicht zu wahren. 

#stopwaste

Es gibt allerdings auch Bereiche, in denen wir kaum bis keine Kompromisse eingehen. Müll und Plastik gehören dazu. Es zeugt von unglaublicher Überheblichkeit, Respektlosigkeit und Unachtsamkeit, dass Menschen ihren Müll fallen lassen, wo sie gehen und stehen. Gerade Stefan frustriert das sehr, wenn er die Müllberge sieht und er kann dafür kaum Verständnis aufbringen. Kein anderes Lebewesen geht auf diese Art und Weise mit dem eigenen Lebensraum um. Vielleicht liegt es daran, dass wir mit zunehmendem Wohlstand und der Klassengesellschaft über die Zeit vergessen haben, wie es ist, selbst für gewisse Dinge verantwortlich zu sein. Wenn der Müll in der Mülltonne landet, fällt er nicht in ein schwarzes Loch. Wer seine Zigarettenkippe in Gullys oder schlimmer noch direkt in die Natur wirft, verschmutzt damit zwischen 40 und 60 Liter sauberes Grundwasser - Grundwasser, das mit der stetig wachsenden Weltbevölkerung in Zukunft noch wichtiger sein, denn der scheinbare Überfluss trügt.


Brücken bauen

Wenn ich Menschen bei solchen Handlungen beobachte, rast mein Herz und ich überlege hinzugehen und sie aufzuklären. Meistens lasse ich es, vielleicht aus Angst vor ihrer Reaktion, vielleicht, weil ich annehme, dass es eh nichts bringen würde. Aber vielleicht ist es an der Zeit, dass wir unsere Mitmenschen auf die Auswirkungen ihrer Taten hinweisen. Statt einander zu beschämen, sollten wir einander an die Hand nehmen, um neue Wege gemeinsam zu gehen. Auch das bedeutet für Stefan und mich verantwortungsvolles Vanlife.


Save the Planet

Auf unserem Stellplatz mitten im Wald an einem See in Litauen, haben wir gestern unseren Beitrag zur #responsiblevanlife Diskussion geleistet.

Es braucht nur einen unachtsamen Moment, um die Umwelt zu verschmutzen. 5 Minuten hat es gedauert, bis wir einen Müllhaufen eingesammelt hatten. 25 Minuten haben wir für unseren Hashtag #stopwaste gebraucht, den wir aus unserem gesammelten Müll gelegt haben. Bis zu 650 Jahre wird es dauern, bis die Natur das Plastik von heute überdauert hat. 

Lass uns gemeinsam unseren Planeten retten, damit auch die Generationen, die nach uns kommen, noch die Gelegenheit haben, unsere Erde in all ihrer Schönheit und all ihren Facetten zu entdecken und wertzuschätzen.

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Josefine & Stefan ♥



Fotos © Stefan Weichand