Spreewaldidylle und Räucherfisch (Teil 1)

Kann uns mal jemand kneifen? Wir können es immer noch nicht glauben, dass wir es nach zwei Wochen am Plötzensee, am Teglersee und an ein oder zwei anderen schönen Orten in und um Berlin endlich aus Berlin raus geschafft haben. Unser erstes Ziel: Der Naturpark Dahme-Heideseen mit seinen zahlreichen Seen und Sehenswürdigkeiten. 

Obwohl die Berliner Ämter normalerweise nicht für ihre Effizienz und Schnelligkeit bekannt sind, hat es am Montag morgen um 8.10 Uhr keine 10 Minuten gedauert, bis wir mit neuen Papieren los fahren konnten. Von unterwegs haben wir gleich unsere Versicherung, die VHV angerufen, um unseren neuen Status durchzugeben: Wohnmobil! Wir haben einiges von unserem Hochzeitsgeld investiert, um langfristig zu sparen und waren umso aufgeregter, nun zu hören, um wie viel sich unser vierteljährlicher Beitrag senken würde… satte 300 Euro. Selbst die Dame der VHV war erstaunt. An dieser Stelle möchten wir einmal den Kundenservice und die Freundlichkeit der VHV Mitarbeiter*innen loben, wir haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Auf die Details des Wohnmobilumbaus, die Dokumente, die Herausforderungen und die Tricks und Kniffe werden wir in einem separaten Beitrag eingehen, in der Hoffnung, anderen ein wenig Frustration zu ersparen. Gleichzeitig gehören gewisse Herausforderungen und Lessons-learned zu so einem Abenteuer wohl einfach dazu.

Als erstes Ziel unserer Reise haben wir uns den Naturpark Dahme-Heideseen ausgesucht. Wir können die Gegend um Berlin unmöglich verlassen, ohne auch nur ein einziges Mal den sagenumwobenen und beliebten Spreewald besucht zu haben. Unser erstes Ziel, das Örtchen Heidesee, gut eine Stunde von Berlin entfernt etwas unterhalb von Königs Wusterhausen und am Rande des Naturparks gelegen. Hier reiht sich ein See and den nächsten, wie die Perlen einer Perlenkette. Der Langer See und der Wolziger See sind umringt mit Privatgrundstücken und den ikonischen Nadelwäldern des Spreewalds. Sehr idyllisch gelegene Häuschen mit Zugang zum See machen uns fast ein wenig neidisch. Weit und breit auf den ersten Blick keine Möglichkeit unser rollendes Zuhause mit Seeblick abzustellen. Auf unserer Suche nach einem geeigneten Plätzchen zum Frühstücken entdecken wir die Fischerei am Wolziger See. Der Räucherofen wird bereits angefeuert, das Wasser ist ruhig und glänzt in der Sonne. Ein alter Herr stärkt sich auf seinem Boot für den Tag, eine Familie frühstückt in ihrem Floßapartment und vor einem Wohnwagen flattert die frisch gewaschene Wäsche im Wind. Wir finden ein verstecktes Bänkchen mit Blick auf das Wasser und fühlen uns selig. Eine Tasse Kaffee und ein Porridge später wollen wir noch einmal unser Wasser auffüllen, bevor wir unsere Reise fortsetzen. An einer Berliner Tankstelle hatten wir keinen Erfolg, doch Inhaber Manfred Mellack hilft uns gerne. Er ist begeistert von unseren Plänen und wir von seinem frisch geräucherten Fisch. Er empfiehlt uns einen Saibling und wir sind fast ein wenig traurig, gerade gegessen zu haben. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die größte Freude.

Wir packen den Fisch in den Kühlschrank, schnallen den Wasserkanister fest und tuckern los. Die Straßen sind schmal und schlängeln sich sanft durch sonnendurchflutete Wälder. Auf den Feldern staksen Kraniche herum und die Alleen entlocken uns verzückte Ausrufe. Wir diskutieren das Reisen in der Heimat und das Reisen in der Ferne und sind uns schnell einig: So schön ferne Länder und andere Kulturen sind und so sehr wir uns freuen, diese bald zu entdecken, so schön kann es auch in der Heimat sein, wenn man sich darauf einlässt.

Wie es weitergeht erfährst du im zweiten Teil unserer Naturpark Dahme-Heideseen Serie.


Josefine ♥


Fotos © Stefan Weichand

+ Unsere Tipps

Fischerei am Wolziger See

Blossiner Seeweg 2

15754 Heidesee, OT Blossin

Telefon: 03 37 67 / 80 456

Direkter Zugang zum See, Ferienwohnungen, Anlegestelle, selbstgeräucherter Fisch


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