Braucht es noch einen Reiseblog?

Die Antwort ist: Nein, wahrscheinlich nicht. 

Wir wollen auch gar kein klassischer Reiseblog sein, denn auf unserem Blog geht es vielmehr um die Reise zu uns selbst, als um das Abhaken einer Bucket List. 

Klar, wir geben gerne Tipps, wo wir unterwegs waren, und möchten lokale Geschäfte und Unternehmen unterstützen, von denen wir persönlich überzeugt sind. Besonders solche, die alte Traditionen wieder aufleben lassen und in Einklang mit Natur und Umwelt arbeiten. Wenn du unsere Artikel bisher verfolgt hast, wird dir aufgefallen sein, dass wir dabei nicht unbedingt ikonische Touristen-Hotspots anfahren. Viel eher lassen wir uns treiben.

Massentourismus dank Instagram

Das hat verschiedene Gründe. Touristen-Hotspots sind nicht ohne Grund Orte, an die viele Menschen reisen. Von besonderer Schönheit oder kulturell sehr wertvoll, ziehen sie Jahr für Jahr die Urlauber an. Doch unter hunderten von anderen Menschen lässt sich diese Schönheit kaum genießen. Viel schlimmer ist außerdem der Massentourismus, der den unzähligen Influencer-Bildern und Reiseberichten folgt. Ute von bravebird hat in ihrem Beitrag mit dem Titel “Warum mein Beruf sich ändern muss” einige Beispiel von Orten herausgesucht, an denen der Instagram Wahn überhandgenommen hat. Statt zu dieser Art von Tourismus beizutragen, bei der oft wenig über die Konsequenzen für Umwelt und Menschen nachgedacht wird, entdecken wir viel lieber neue Orte. Persönliche Ruheoasen, die uns den nötigen Raum geben, anzukommen, vor allem bei uns selbst. 

Wir haben diesen Lebensstil nicht gewählt, um einem Trend zu folgen oder möglichst viele Länder zu bereisen. Wir suchen nach einer Lebensform, die zu diesem Zeitpunkt in unserem Leben zu uns passt. Nach einer individuellen Alternative zu gängigen Konventionen, die uns die Freiheit lässt, die wir uns wünschen. Die Freiheit, unsere Zeit selbst einzuteilen. Die Freiheit, von überall arbeiten zu können. Die Freiheit, irgendwann ganz nah dran zu sein und unsere Kinder aufwachsen zu sehen. 

Inspiration zum Umdenken

Unsere Suche wollen wir öffentlich machen, um dabei möglichst viele Menschen zu inspirieren, auf ihre ganz persönliche Suche zu gehen. Das muss nicht immer bedeuten, in einen kleinen Van zu ziehen oder zu reisen. Vielleicht reicht es auch schon, den eigenen Alltag zu überdenken und neu zu strukturieren, ein neues Hobby auszuprobieren und generell mehr Achtsamkeit zu praktizieren.

Wir wollen uns nicht anmaßen, zu behaupten wir wären vollkommen grün und nachhaltig unterwegs, würden keinen Abfall produzieren, kein Plastik kaufen und hätten die perfekte Yoga Praxis. Auch für uns ist es ein Weg, bei dem es darum geht, die richtige Balance zu finden. Die Balance zwischen dem schmalen Geldbeutel und den nachhaltigen Optionen, zwischen Freiheitsdrang und gesellschaftlichen Pflichten.

Dieser Blog ist eine Aufforderung, zu hinterfragen, was für eine Art von Leben du gerade lebst und was für eine Art von Leben du gerne leben würdest. Wenn du diese Fragen ehrlich beantworten kannst, ist schon der erste Schritt getan, um für das Leben deiner Träume loszugehen. Und bestenfalls spielen in diesem Leben Dinge wie Bewusstsein und Umwelt eine Rolle, denn wenn wir weiterhin tolle Reiseberichte von wunderbaren Orten lesen wollen, müssen wir etwas an der Art und Weise verändern, wie wir mit unserem Planeten und unseren Ressourcen umgehen. 



Josefine ♥



Fotos © Stefan Weichand