Abenteuer Vanlife: Herzensprojekte

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Das Abenteuer Vanlife fängt gerade erst an

Die ersten Monate WE ARE HERE WE ARE NOW waren ein Experiment und ein Weg, um unsere Erlebnisse Vollzeit im Van und unsere Perspektive auf das Leben und die Welt zu teilen. Genau das soll WE ARE HERE WE ARE NOW auch sein und bleiben, eine Plattform, auf der wir ehrlich und auch verletzlich über die Höhen und Tiefen unseres Lebens schreiben. Unsere Zeit im Van mag eine Phase sein oder eine längere Episode. Nach zwei Monaten im Van wissen wir nur eins mit Sicherheit: Dieses Abenteuer hat gerade erst angefangen und ein neues Herzensprojekt steht bereits in den Startlöchern.

Mindspace

Über die Antwort auf die Frage, ob wir uns nach zwei Monaten auf kleinstem Raum noch genauso gut verstehen, wie am Anfang, war mein Bruder überrascht. Wir verstehen uns besser denn je. Der physische Raum mag klein sein, doch unser Mindspace hat sich vervielfacht. Besonders im letzten Monat hatten wir viele Herausforderungen und wenn wir mit Freunden und Familie schreiben und telefonieren oder durch unseren Instagram Feed scrollen, wird klar, dass nicht nur wir mit alten Themen konfrontiert waren. Viele Eklipsen und Planeten, die sich im Juli rückläufig bewegt haben, haben Schatten ans Licht gebracht und der Neumond Ende Juli, mit dem sich auch die Sonne in das Zeichen des Löwen bewegt hat, hat uns Klärung und einen neuen Energieschub gebracht. 

Auszeit auf dem Campingplatz

Statt uns von den Energien und den auflodernden Emotionen mitreißen zu lassen, haben wir intuitiv einen Gang runter geschaltet. Meine Tage und eine Halsentzündung haben ihr übriges getan, um uns zu zeigen, dass es an der Zeit ist, innezuhalten. Nach einigen schwülen Tagen im litauischen Wald mit unzähligen Moskitos, Mücken und Fliegen, die selbst mit qualmenden Kiefernzweigen, einem Trick der Einheimischen, nicht zu bändigen waren, haben wir uns entschieden, unser Waldschrat-Dasein für den Moment an den Nagel zu hängen. Wir haben uns nach einer warmen Dusche gesehnt und auf halber Strecke Richtung Küste einen Mini-Campingplatz im Garten eines holländischen Pärchens gefunden, die vor 12 Jahren in das litauische Dorf im gefühlten Nirgendwo ausgewandert sind. Hut ab!

Luxus der anderen Art

Drei Tage haben wir uns dort eingenistet, haben es genossen, den Himmel über unseren Köpfen zu sehen, unser Tarp aufzuspannen und Tisch und Stühle vor der Bustür zu haben. Ein richtiger Luxus unser kleines Zuhause für einen Moment zu verdoppeln. Für 3 Euro konnten wir unsere Wäsche waschen, zum Spülen gab es frisches Wasser und Waschbecken und alles war liebevoll aus recycelten Materialien gestaltet. Regenschauer haben die Schwüle weggewaschen und damit leider auch einen Wasserfleck über unseren Köpfen hinterlassen. Die Löcher für die Kabel der Solarzelle waren wohl doch nicht so gut abgedichtet, wie gedacht. 


Bratkartoffeln und Omelette

Die ein oder andere Träne ist auch geflossen und nur Bratkartoffeln und Omelette zum Frühstück konnten den Tag retten. Im Dorfladen habe ich voller Inbrunst ein gackerndes eierlegendes Huhn imitiert, sehr zur Belustigung von Stefan und der freundlichen Verkäuferin. Die Eier, nach denen wir gesucht hatten, standen derweil die ganze Zeit vor unserer Nase. Die Stimmung war gerettet.


Heart Talk

Wir hatten viele intensive Gespräche von Herz zu Herz. Kommunikation ist der Grundpfeiler glücklicher Beziehungen und im Van ist es absolut alles. Unser Talking Stick, der den Raum zu einem Ritual öffnet, das sich Heart Talk nennt, hat praktisch geglüht. Am Ende sind wir nicht nur erholt und ausgeglichen, sondern auch in uns selbst und unserer Beziehung gestärkt und gefestigt, weiter gefahren. 

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Lust auf Meer

Nicht nur einmal haben wir geschrieben, dass Litauen uns wirklich begeistert. Tolle Natur, eine entspannte Einstellung zum Camping, intensive Gespräche mit neuen Bekanntschaften, klare Seen, nächtliche Bootsausflüge und jede Menge Zeit, um den Berliner Alltag abzuschütteln und im Van anzukommen. Den Ruf des Meeres und der Küste haben wir trotzdem laut und deutlich vernommen und haben uns entschieden direkt an die lettische Küste zu fahren. 

Schmusen am Rigaer Meeresbusen

Letztendlich wer Lettland, zumindest für den Augenblick, ein Durchfahrtsland für uns. Wir haben eine ruhige und entspannte Nacht an einem schönen Strand in der Bucht des Rigaer Meeresbusen verbracht und sind direkt nach Estland weiter gefahren. 


Die Geschichte der Bienen

In 3 Stunden Fahrt haben wir es geschafft, den Roman “Die Geschichte der Bienen” fertig zu lesen und können ihn nur empfehlen. Ein Buch, das zum Nachdenken und vor allem zum Umdenken anregt und deutlich macht, wie komplex unser Ökosystem ist und wie alles miteinander verbunden ist. 

Am Strand in Pärnu

Unsere erste Station war die größte estnische Stadt Pärnu und auch hier haben wir wieder problemlos und unkompliziert ein ruhiges Plätzchen am Strand gefunden. Die Esten, die abends zum Spaziergang vorbeikamen, haben sich genauso wie die Litauer und die Letten überhaupt nicht an uns gestört.

Schlemmen in der Hafenstadt

Pärnu ist ein schmuckes Hafenstädtchen mit einer kleinen Kunstszene. Die Kardamom Schnecke mit kandierten Orangen, das Croissant mit Kalamata Oliven und Rosmarin und den Käsekuchen mit Maracuja hätten wir hier absolut nicht erwartet und ein bisschen hat uns der Geschmack der frisch gebackenen Leckereien umgehauen. Auf dem Markt konnten wir frisch einkaufen und waren so bestens vorbereitet, um wieder einige Tage in der Natur zu verbringen.

Zu Gast bei Eichen

Nachdem wir bisher die meisten Stellplätze über park4night gefunden hatten, finden die Stellplätze jetzt uns. In einem kleinen Nationalpark an der Küste oberhalb von Pärnu, in dem drei riesige Eichen beheimatet sind und geschützt werden, die Schiffsleuten als Orientierungspunkte gedient haben, haben wir einen einsamen Platz gefunden. Obwohl sich auch einige andere hier hin verirrt haben, sind wir alleine geblieben, uns dieses Fleckchen Erde streitig zu machen, wäre auch einfach unverschämt gewesen. 

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Die Vegetation hat sich von Kiefernwäldern und Moos zu niedrigen Sträuchern und wilden Blumen gewandelt, die Landschaft ist von Wachholderbüschen dominiert. Die Schwäne auf der Ostsee haben es mir besonders angetan. Ein wunderbares Plätzchen, um unseren ersten Hochzeitstag einzuläuten.

Josefine & Stefan ♥

+ Unsere Tipps

Supelsaksad Pärnu

Nikolai 32

Pärnu, 80014 Pärnu maakond

Tolles Essen, selbstgemachte Teilchen und grandioser KUchen in schöner und entspannter Atmosphäre. Nicht verpassen!


Buchtipp: Die Geschichte der Bienen

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Fotos © Stefan Weichand & Josefine Weichand